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Freitag, 1. Juli 2011
Papst: Grenzen der Wissenschaft
klauslange,01:00h
Eine sehr interessante Rede hat der Heilige Vater anlässlich der Verleihung des Ratzinger-Preises, der inoffizielle Nobelpreis für Theologie sozusagen, gehalten. Kath.net hat wichtige Passagen veröffentlicht: hier.
Benedikt XVI. wandte sich dann der Grundfrage zu, was „Theologie“ sei. Die Definition der Theologie als „Glaubenswissenschaft“ erwecke dabei die Frage, ob so etwas überhaupt gehe und ob Wissenschaft nicht im Gegensatz zum Glauben stehe: „Und hört Wissenschaft nicht auf, Wissenschaft zu sein, wenn sie sich dem Glauben zuordnet oder gar unterordnet?“
Diese Fragen, die schon für die mittelalterliche Theologie ein ernstes Problem bedeuteten, seien mit dem neuzeitlichen Wissenschaftsbegriff nur noch drängender, auf den ersten Augenblick geradezu aussichtslos geworden. So könne verstanden werden, dass sich die Theologie der Neuzeit oft ins Historische zurückgezogen habe, um dort ihre Wissenschaftlichkeit zu beweisen. Wenn sich aber Theologie ganz in die Vergangenheit zurückziehe, „lässt sie den Glauben heute im Dunklen stehen“.
Die zweite Phase der Verwissenschaftlichung habe dann in einer Konzentration auf die Praxis bestanden, um die Theologie in der Verbindung mit Psychologie und Soziologie als „nützliche Wissenschaft“ zu erweisen. Wenn dabei aber das Fundament der Theologie, der Glaube, unbedacht bleibe, „wenn Praxis nur noch sich selbst betreibt oder allein von den Leihgaben der Humanwissenschaft lebt, dann wird die Praxis leer und grundlos“.
Wichtig hingegen ist für den Papst eine Antwort auf „die eigentliche Frage“, die laute: „Ist das wahr, was wir glauben oder nicht?“, da es in der Theologie um die Frage der Wahrheit gehe. Benedikt XVI. erinnerte in diesem Zusammenhang an ein von ihm bereits in seiner „Einführung in das Christentum“ zitierte Besonderheit des Christentums, das in einem Wort Tertullians zum Ausdruck kommt: „Christus hat nicht gesagt: Ich bin die Gewohnheit, sondern: Ich bin die Wahrheit – non consuetudo sed veritas (Virg 1, 1)“. Das Revolutionäre des Christentums sei in der Antike gerade der Bruch mit der „Gewohnheit“ um der Wahrheit willen gewesen. Denn: „Wenn Christus der Logos, die Wahrheit ist, dann muss der Mensch ihm mit seinem eigenen Logos, mit seiner Vernunft entsprechen. Er muss, um zu Christus zu kommen, auf dem Weg zur Wahrheit sein. Er muss sich dem Logos öffnen, der schöpferischen Vernunft, von der seine eigene Vernunft herkommt und auf den sie ihn verweist“. Somit werde klar, dass der christliche Glaube von seinem eigenen Wesen her Theologie hervorbringen, nach der „Vernunft des Glaubens“ fragen musste.
Die Untrennbarkeit von Logos, Wahrheit und Glaube habe jedoch stets neue Fragen aufgeworfen. So bezog sich Benedikt XVI. auf den Prolog zum Sentenzen-Kommentar des heiligen Bonaventura, als der Heilige von einem zweifachen Gebrauch der Vernunft gesprochen habe: „von einem Gebrauch, der mit dem Wesen des Glaubens unvereinbar ist, und von einem, der gerade zu seinem Wesen gehört“. Dabei sei die Selbstherrlichkeit der Vernunft, die sich zum obersten Richter über alles mache, im Bereich des Glaubens unmöglich.
Doch diese Weise des Vernunftgebrauchs sei in der Moderne im Bereich der Naturwissenschaft zu ihrer vollen Entfaltung gekommen: „Die experimentelle Vernunft erscheint heute weithin als die einzig wissenschaftlich erklärte Form von Vernünftigkeit. Was nicht experimentell verifiziert oder falsifiziert werden kann, fällt aus dem wissenschaftlichen Bereich heraus. Mit diesem Ansatz ist Großartiges geleistet worden; dass er im Bereich der Erkenntnis der Natur und ihrer Gesetze richtig und notwendig ist, wird niemand im Ernst bestreiten wollen. Aber es gibt eine Grenze dieses Vernunftgebrauchs: Gott ist kein Objekt des menschlichen Experimentierens. Er ist Subjekt, und nur in der Begegnung von Person zu Person zeigt er sich: Dies gehört zum Wesen von Person“.
Benedikt XVI. wandte sich dann der Grundfrage zu, was „Theologie“ sei. Die Definition der Theologie als „Glaubenswissenschaft“ erwecke dabei die Frage, ob so etwas überhaupt gehe und ob Wissenschaft nicht im Gegensatz zum Glauben stehe: „Und hört Wissenschaft nicht auf, Wissenschaft zu sein, wenn sie sich dem Glauben zuordnet oder gar unterordnet?“
Diese Fragen, die schon für die mittelalterliche Theologie ein ernstes Problem bedeuteten, seien mit dem neuzeitlichen Wissenschaftsbegriff nur noch drängender, auf den ersten Augenblick geradezu aussichtslos geworden. So könne verstanden werden, dass sich die Theologie der Neuzeit oft ins Historische zurückgezogen habe, um dort ihre Wissenschaftlichkeit zu beweisen. Wenn sich aber Theologie ganz in die Vergangenheit zurückziehe, „lässt sie den Glauben heute im Dunklen stehen“.
Die zweite Phase der Verwissenschaftlichung habe dann in einer Konzentration auf die Praxis bestanden, um die Theologie in der Verbindung mit Psychologie und Soziologie als „nützliche Wissenschaft“ zu erweisen. Wenn dabei aber das Fundament der Theologie, der Glaube, unbedacht bleibe, „wenn Praxis nur noch sich selbst betreibt oder allein von den Leihgaben der Humanwissenschaft lebt, dann wird die Praxis leer und grundlos“.
Wichtig hingegen ist für den Papst eine Antwort auf „die eigentliche Frage“, die laute: „Ist das wahr, was wir glauben oder nicht?“, da es in der Theologie um die Frage der Wahrheit gehe. Benedikt XVI. erinnerte in diesem Zusammenhang an ein von ihm bereits in seiner „Einführung in das Christentum“ zitierte Besonderheit des Christentums, das in einem Wort Tertullians zum Ausdruck kommt: „Christus hat nicht gesagt: Ich bin die Gewohnheit, sondern: Ich bin die Wahrheit – non consuetudo sed veritas (Virg 1, 1)“. Das Revolutionäre des Christentums sei in der Antike gerade der Bruch mit der „Gewohnheit“ um der Wahrheit willen gewesen. Denn: „Wenn Christus der Logos, die Wahrheit ist, dann muss der Mensch ihm mit seinem eigenen Logos, mit seiner Vernunft entsprechen. Er muss, um zu Christus zu kommen, auf dem Weg zur Wahrheit sein. Er muss sich dem Logos öffnen, der schöpferischen Vernunft, von der seine eigene Vernunft herkommt und auf den sie ihn verweist“. Somit werde klar, dass der christliche Glaube von seinem eigenen Wesen her Theologie hervorbringen, nach der „Vernunft des Glaubens“ fragen musste.
Die Untrennbarkeit von Logos, Wahrheit und Glaube habe jedoch stets neue Fragen aufgeworfen. So bezog sich Benedikt XVI. auf den Prolog zum Sentenzen-Kommentar des heiligen Bonaventura, als der Heilige von einem zweifachen Gebrauch der Vernunft gesprochen habe: „von einem Gebrauch, der mit dem Wesen des Glaubens unvereinbar ist, und von einem, der gerade zu seinem Wesen gehört“. Dabei sei die Selbstherrlichkeit der Vernunft, die sich zum obersten Richter über alles mache, im Bereich des Glaubens unmöglich.
Doch diese Weise des Vernunftgebrauchs sei in der Moderne im Bereich der Naturwissenschaft zu ihrer vollen Entfaltung gekommen: „Die experimentelle Vernunft erscheint heute weithin als die einzig wissenschaftlich erklärte Form von Vernünftigkeit. Was nicht experimentell verifiziert oder falsifiziert werden kann, fällt aus dem wissenschaftlichen Bereich heraus. Mit diesem Ansatz ist Großartiges geleistet worden; dass er im Bereich der Erkenntnis der Natur und ihrer Gesetze richtig und notwendig ist, wird niemand im Ernst bestreiten wollen. Aber es gibt eine Grenze dieses Vernunftgebrauchs: Gott ist kein Objekt des menschlichen Experimentierens. Er ist Subjekt, und nur in der Begegnung von Person zu Person zeigt er sich: Dies gehört zum Wesen von Person“.
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Dienstag, 28. Juni 2011
Unterschiedliche Zusammensetzung von Sonne und Planeten
klauslange,23:54h
Manche Sensation kommt ganz leise daher. Doch was Forscher in der Fachzeitschrift Science veröffentlichten, kann man als Sensation bezeichnen. Die Isotopenzusammensetzung von Sonne zu den inneren terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars ist unterschiedlich. Das bedeutet, dass die Entstehungsgeschichte des Sonnensystem gravierend umgeschrieben werden muss.
Scinexx berichtet hier.
Daraus:
Wir haben festgestellt, dass die Erde, der Mond, sowie Meteoriten vom Mars und andere Asteroidenfragmente eine geringere Konzentration von O-16 aufweisen als die Sonne“, erklärt McKeegan. Die Sonnenwindproben waren in Bezug auf das häufigste Isotop deutlich angereichert. Die Anteile der beiden Isotope O-17 und O-18 waren dagegen in Sonnenwind und Erdproben gleich. „Das deutet möglicherweise darauf hin, dass wir nicht aus dem gleichen Urnebel-Material gebildet wurden, das auch die Sonne erzeugte – warum und wie bleibt allerdings noch zu entdecken.“
Eine zweite Forschergruppe hatte die Unterschiede von Sonnenwind-Teilchen und Rest-Sonnensystem in Bezug auf die Isotopenverteilung des Elements Stickstoff analysiert. Auch dabei macht ein Atomtyp, das N-14, den Löwenanteil des Stickstoffs aus, ein winziger Rest entfällt auf das Isotop N-15. Hier zeigte sich, dass sowohl der Jupiter als auch die Sonne ein bisschen mehr N-14 aufweisen als die Erde und die anderen inneren Planeten. Beim Isotop N-15 sind es dagegen sogar 40 Prozent weniger bei Sonne und Jupiter. Auch hier zeigen sich demnach deutliche Unterschiede zwischen Sonne und innerem Sonnensystem.
„Diese Ergebnisse zeigen, dass alle Objekte des inneren Sonnensystems, darunter auch die terrestrischen Planeten, Meteoriten und Kometen, anormal sind gemessen an der ursprünglichen Zusammensetzung des Nebels, aus dem sich das Sonnensystem einst bildete”, erklärt Bernard Marty, Forscher am Genesis-Projekt vom Centre de Recherches Pétrographiques et Géochimiques im französischen Nancy. „Die Ursache für diese Heterogenität zu verstehen wird unsere Vorstellung der Entstehung des Sonnensystems stark beeinflussen.“
Scinexx berichtet hier.
Daraus:
Wir haben festgestellt, dass die Erde, der Mond, sowie Meteoriten vom Mars und andere Asteroidenfragmente eine geringere Konzentration von O-16 aufweisen als die Sonne“, erklärt McKeegan. Die Sonnenwindproben waren in Bezug auf das häufigste Isotop deutlich angereichert. Die Anteile der beiden Isotope O-17 und O-18 waren dagegen in Sonnenwind und Erdproben gleich. „Das deutet möglicherweise darauf hin, dass wir nicht aus dem gleichen Urnebel-Material gebildet wurden, das auch die Sonne erzeugte – warum und wie bleibt allerdings noch zu entdecken.“
Eine zweite Forschergruppe hatte die Unterschiede von Sonnenwind-Teilchen und Rest-Sonnensystem in Bezug auf die Isotopenverteilung des Elements Stickstoff analysiert. Auch dabei macht ein Atomtyp, das N-14, den Löwenanteil des Stickstoffs aus, ein winziger Rest entfällt auf das Isotop N-15. Hier zeigte sich, dass sowohl der Jupiter als auch die Sonne ein bisschen mehr N-14 aufweisen als die Erde und die anderen inneren Planeten. Beim Isotop N-15 sind es dagegen sogar 40 Prozent weniger bei Sonne und Jupiter. Auch hier zeigen sich demnach deutliche Unterschiede zwischen Sonne und innerem Sonnensystem.
„Diese Ergebnisse zeigen, dass alle Objekte des inneren Sonnensystems, darunter auch die terrestrischen Planeten, Meteoriten und Kometen, anormal sind gemessen an der ursprünglichen Zusammensetzung des Nebels, aus dem sich das Sonnensystem einst bildete”, erklärt Bernard Marty, Forscher am Genesis-Projekt vom Centre de Recherches Pétrographiques et Géochimiques im französischen Nancy. „Die Ursache für diese Heterogenität zu verstehen wird unsere Vorstellung der Entstehung des Sonnensystems stark beeinflussen.“
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Sonntag, 26. Juni 2011
Rätselhafte Gammastrahlenquelle
klauslange,22:49h
Über eine rätselhafte Gammstrahlenquelle in einem Kugelsternhaufen, die auch sonst den bisherigen Rahmen etablierter Theorien herausfordert, berichtet astronews.com hier.
Im Fall von Terzan 5 wurde erstmals ein Kugelsternhaufen als mögliches Quellobjekt identifiziert. Wie viele neue Entdeckungen wirft auch diese eine Reihe von Fragen auf, die noch nicht abschließend geklärt sind. Bemerkenswert sind zunächst die längliche Form der Quelle und ihre Lage abseits des Haufenzentrums. Für den Ursprung der Gammastrahlung gibt es am Beispiel anderer bekannter Objekte eine Reihe von möglichen Erklärungen.
Gestützt von theoretischen Modellen geht man davon aus, dass zunächst geladene Teilchen, Elektronen oder Protonen, in einem kosmischen Beschleuniger auf die entsprechenden Energien gebracht werden und diese dann in weiteren Stoßprozessen in Gammaquanten umwandeln. Bei Elektronen kommen die erwähnten Millisekundenpulsare selbst in Frage oder auch von ihnen ausgehende Sternenwinde bzw. Stoßfronten, wenn diese aufeinander treffen, was bei der hohen Sterndichte in einem Kugelsternhaufen plausibel erscheint. In der Tat wurde auch schon diffuse Röntgenstrahlung aus Terzan 5 nachgewiesen, aber dies erklärt nicht ohne weiteres die räumliche Verschiebung der neuen Gammaquelle gegenüber dem Haufenzentrum, wo man die meisten Pulsare als auch Wechselwirkungen der hochenergetischen Elektronen mit dem Sternenlicht erwarten würde.
Protonen könnten in Supernovaüberresten beschleunigt werden; dies ist aus anderen Quellen bekannt und Supernovae infolge von Sternkollisionen sind in Kugelsternhaufen durchaus zu erwarten. Aber wiederum stellt sich die Frage, warum die beobachtete Quelle abseits vom Zentrum liegt. Das eigentliche Quellobjekt könnte als Folge von nahen Sternbegegnungen in die Außenbereiche geschleudert worden sein. Es ist aber nach wie vor ein Rätsel, warum HESS J1747 – 248 eine "dunkle Quelle" ist, also in den anderen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums bisher nicht nachweisbar leuchtet.
"Letztlich ist die Natur der Quelle unklar, weil kein Gegenstück oder Modell die beobachtete Morphologie erklärt", sagt Wilfried Domainko vom Max-Planck-Institut für Kernphysik. Von besonderem Interesse ist für zukünftige Untersuchungen der benachbarte Bereich niedrigerer Gammaenergien, der im Fall von Terzan 5 sich dem Nachweis sowohl durch Satellitenmessungen als auch Beobachtungen vom Erdboden nach Art von H.E.S.S. entzog.
Im Fall von Terzan 5 wurde erstmals ein Kugelsternhaufen als mögliches Quellobjekt identifiziert. Wie viele neue Entdeckungen wirft auch diese eine Reihe von Fragen auf, die noch nicht abschließend geklärt sind. Bemerkenswert sind zunächst die längliche Form der Quelle und ihre Lage abseits des Haufenzentrums. Für den Ursprung der Gammastrahlung gibt es am Beispiel anderer bekannter Objekte eine Reihe von möglichen Erklärungen.
Gestützt von theoretischen Modellen geht man davon aus, dass zunächst geladene Teilchen, Elektronen oder Protonen, in einem kosmischen Beschleuniger auf die entsprechenden Energien gebracht werden und diese dann in weiteren Stoßprozessen in Gammaquanten umwandeln. Bei Elektronen kommen die erwähnten Millisekundenpulsare selbst in Frage oder auch von ihnen ausgehende Sternenwinde bzw. Stoßfronten, wenn diese aufeinander treffen, was bei der hohen Sterndichte in einem Kugelsternhaufen plausibel erscheint. In der Tat wurde auch schon diffuse Röntgenstrahlung aus Terzan 5 nachgewiesen, aber dies erklärt nicht ohne weiteres die räumliche Verschiebung der neuen Gammaquelle gegenüber dem Haufenzentrum, wo man die meisten Pulsare als auch Wechselwirkungen der hochenergetischen Elektronen mit dem Sternenlicht erwarten würde.
Protonen könnten in Supernovaüberresten beschleunigt werden; dies ist aus anderen Quellen bekannt und Supernovae infolge von Sternkollisionen sind in Kugelsternhaufen durchaus zu erwarten. Aber wiederum stellt sich die Frage, warum die beobachtete Quelle abseits vom Zentrum liegt. Das eigentliche Quellobjekt könnte als Folge von nahen Sternbegegnungen in die Außenbereiche geschleudert worden sein. Es ist aber nach wie vor ein Rätsel, warum HESS J1747 – 248 eine "dunkle Quelle" ist, also in den anderen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums bisher nicht nachweisbar leuchtet.
"Letztlich ist die Natur der Quelle unklar, weil kein Gegenstück oder Modell die beobachtete Morphologie erklärt", sagt Wilfried Domainko vom Max-Planck-Institut für Kernphysik. Von besonderem Interesse ist für zukünftige Untersuchungen der benachbarte Bereich niedrigerer Gammaenergien, der im Fall von Terzan 5 sich dem Nachweis sowohl durch Satellitenmessungen als auch Beobachtungen vom Erdboden nach Art von H.E.S.S. entzog.
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Freitag, 24. Juni 2011
Enceladus: Ozean unter der Eisoberfläche
klauslange,00:05h
Wieder haben Forscher sehr wichtige Belege für einen Ozean unter der Eisoberfläche des Saturnmondes Enceladus gefunden. Astronews.com berichtet darüber hier.
In drei Durchflügen der Raumsonde Cassini durch die Fontänen, die in den Jahren 2008 und 2009 gelangen, konnte die Zusammensetzung frisch ausgeworfener Partikel gemessen werden. Dabei kam der Staubdetektor des Max-Planck-Instituts für Kernphysik an Bord der Sonde zum Einsatz. Die Eispartikel trafen den Cosmic Dust Analyzer (CDA) mit Geschwindigkeiten zwischen 6,5 und 17,5 Kilometern pro Sekunde und verdampfen sofort. Mit Hilfe elektrischer Felder im CDA werden die verschiedenen Bestandteile der entstehenden Plasmawolke getrennt und analysiert.
Dabei zeigte sich, dass die Partikel in größerer Entfernung von Enceladus klein und salzarm waren und den Partikel des E-Rings glichen. In der Nähe des Mondes konnte Cassini jedoch relativ große und salzreiche Partikel nachweisen. Mehr als 99 Prozent der Masse scheinen in Form solcher salzreicher Partikel ausgeworfen zu werden. "Die meisten von ihnen sind jedoch zu schwer und fallen zurück auf die Mondoberfläche. Sie schaffen es nicht in den E-Ring", erläutert Dr. Frank Postberg vom Max-Planck-Institut für Kernphysik und dem Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg, der Leiter der Untersuchung.
Die salzhaltigen Eispartikel haben eine "ozeanartige" Zusammensetzung, die dann zu erwarten ist, wenn das Eis aus einem flüssigen Salzwasser-Reservoir stammt und nicht von der gefrorenen Eisoberfläche des Mondes. "Wenn Salzwasser langsam gefriert, wird das Salz aus der Eisstruktur verdrängt, so dass reines Wassereis zurückbleibt. Wenn also die Fontänen aus Oberflächeneis bestehen würden, müssten wir von einem nur geringen Salzgehalt ausgehen. Gegenwärtig gibt es kein anderes plausibles Szenario, als den stetigen Auswurf salzreicher Eispartikel überall aus den Tigerstreifen mit Salzwasser unter der eisigen Oberfläche des Enceladus zu erklären", so Postberg.
Das Forscherteam geht davon aus, dass sich etwa 80 Kilometer unter der Enceladus-Oberfläche eine Wasserschicht zwischen dem felsigen Kern und dem eisigen Mantel erstreckt. Diese wird durch Gezeitenkräfte von Saturn und von Nachbarmonden sowie durch Zerfallswärme radioaktiver Elemente im flüssigen Zustand gehalten. Salz aus dem Gestein löst sich in dem Wasser. Wenn sich in der äußeren Eisschicht Spalten öffnen, gerät das Reservoir in Kontakt mit dem Weltraum. Durch den Druckabfall verdampft die Flüssigkeit, ein Bruchteil davon wird in Form salziger Eisteilchen schockgefrostet und als Fontänen ausgespien.
Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass außer diesen Eispartikeln jede Sekunde rund 200 Kilogramm Wasserdampf aus den Tigerstreifen ins All geschleudert werden. Nach den Berechnungen der Heidelberger Wissenschaftler müssen die Wasserreservoire große Oberflächen haben, an denen die Verdampfungsprozesse stattfinden. "Andernfalls würden sie leicht zufrieren und die Fontänen versiegen", so Postberg.
In drei Durchflügen der Raumsonde Cassini durch die Fontänen, die in den Jahren 2008 und 2009 gelangen, konnte die Zusammensetzung frisch ausgeworfener Partikel gemessen werden. Dabei kam der Staubdetektor des Max-Planck-Instituts für Kernphysik an Bord der Sonde zum Einsatz. Die Eispartikel trafen den Cosmic Dust Analyzer (CDA) mit Geschwindigkeiten zwischen 6,5 und 17,5 Kilometern pro Sekunde und verdampfen sofort. Mit Hilfe elektrischer Felder im CDA werden die verschiedenen Bestandteile der entstehenden Plasmawolke getrennt und analysiert.
Dabei zeigte sich, dass die Partikel in größerer Entfernung von Enceladus klein und salzarm waren und den Partikel des E-Rings glichen. In der Nähe des Mondes konnte Cassini jedoch relativ große und salzreiche Partikel nachweisen. Mehr als 99 Prozent der Masse scheinen in Form solcher salzreicher Partikel ausgeworfen zu werden. "Die meisten von ihnen sind jedoch zu schwer und fallen zurück auf die Mondoberfläche. Sie schaffen es nicht in den E-Ring", erläutert Dr. Frank Postberg vom Max-Planck-Institut für Kernphysik und dem Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg, der Leiter der Untersuchung.
Die salzhaltigen Eispartikel haben eine "ozeanartige" Zusammensetzung, die dann zu erwarten ist, wenn das Eis aus einem flüssigen Salzwasser-Reservoir stammt und nicht von der gefrorenen Eisoberfläche des Mondes. "Wenn Salzwasser langsam gefriert, wird das Salz aus der Eisstruktur verdrängt, so dass reines Wassereis zurückbleibt. Wenn also die Fontänen aus Oberflächeneis bestehen würden, müssten wir von einem nur geringen Salzgehalt ausgehen. Gegenwärtig gibt es kein anderes plausibles Szenario, als den stetigen Auswurf salzreicher Eispartikel überall aus den Tigerstreifen mit Salzwasser unter der eisigen Oberfläche des Enceladus zu erklären", so Postberg.
Das Forscherteam geht davon aus, dass sich etwa 80 Kilometer unter der Enceladus-Oberfläche eine Wasserschicht zwischen dem felsigen Kern und dem eisigen Mantel erstreckt. Diese wird durch Gezeitenkräfte von Saturn und von Nachbarmonden sowie durch Zerfallswärme radioaktiver Elemente im flüssigen Zustand gehalten. Salz aus dem Gestein löst sich in dem Wasser. Wenn sich in der äußeren Eisschicht Spalten öffnen, gerät das Reservoir in Kontakt mit dem Weltraum. Durch den Druckabfall verdampft die Flüssigkeit, ein Bruchteil davon wird in Form salziger Eisteilchen schockgefrostet und als Fontänen ausgespien.
Andere Untersuchungen haben gezeigt, dass außer diesen Eispartikeln jede Sekunde rund 200 Kilogramm Wasserdampf aus den Tigerstreifen ins All geschleudert werden. Nach den Berechnungen der Heidelberger Wissenschaftler müssen die Wasserreservoire große Oberflächen haben, an denen die Verdampfungsprozesse stattfinden. "Andernfalls würden sie leicht zufrieren und die Fontänen versiegen", so Postberg.
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Mittwoch, 22. Juni 2011
Mensch doch mit Magnetsinn ?!
klauslange,23:10h
Sehr gewichtige Hinweise dafür, dass der Mensch doch einen Magnetsinn besitzt, wurden in Proteinen der Netzhaut gefunden, wie scinexx berichtet: hier.
Das Ergebnis: Auch mit der menschlichen Cytochrom-Variante konnten die Fliegen den magnetisierten Gang erkennen und gezielt anfliegen. Demnach muss auch dieses Molekül grundsätzlich als Magnetsensor funktionieren können. Inwieweit dies bedeutet, dass auch der Mensch über einen rudimentären Magnetsinn verfügt, müssen nun weitere Forschungen zeigen. „Noch wissen wir nicht, ob diese molekulare Fähigkeit auch in eine biologische Reaktion in der menschlichen Retina übersetzt wird“, erklären die Forscher. „Aber die Ergebnisse mit hCRY2 und sein Sitz in der menschlichen Retina sowie frühere Studien deuten darauf hin, dass eine Neubewertung der menschlichen Magnetsensitivität notwendig sein könnte.“ (Nature Communications, 2011; DOI: 10.1038/ncomms1364)
Das Ergebnis: Auch mit der menschlichen Cytochrom-Variante konnten die Fliegen den magnetisierten Gang erkennen und gezielt anfliegen. Demnach muss auch dieses Molekül grundsätzlich als Magnetsensor funktionieren können. Inwieweit dies bedeutet, dass auch der Mensch über einen rudimentären Magnetsinn verfügt, müssen nun weitere Forschungen zeigen. „Noch wissen wir nicht, ob diese molekulare Fähigkeit auch in eine biologische Reaktion in der menschlichen Retina übersetzt wird“, erklären die Forscher. „Aber die Ergebnisse mit hCRY2 und sein Sitz in der menschlichen Retina sowie frühere Studien deuten darauf hin, dass eine Neubewertung der menschlichen Magnetsensitivität notwendig sein könnte.“ (Nature Communications, 2011; DOI: 10.1038/ncomms1364)
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Dienstag, 21. Juni 2011
Elementarteilchen aus sechs Quarks?
klauslange,19:38h
Über ein sehr interessantes Ergebnis des COSY-Verbundes hat scinexx berichtet, hier.
Zitat:
Bis jetzt ließ sich die Existenz solcher exotischer Hadronen allerdings nie eindeutig nachweisen. Neue Messungen am Jülicher COSY-Beschleuniger geben Hinweise auf ein neues komplexes Teilchen, dass diese Lücke schließen könnte. In den Experimenten am Teilchenbeschleuniger untersuchten die Wissenschaftler die Kollision von Protonen und Neutronen, bei der die beiden Teilchen zu einem Deuteron verschmolzen und zusätzlich zwei neutrale Pi-Mesonen - kurz: Pionen - entstanden. Mit dem besonders gleichmäßigen, durch mehrere Korrekturverfahren „gekühlten" Protonenstrahl am COSY (COoler SYnchrotron) ließ sich die Impulsverteilung jedes einzelnen Zusammenstoßes sehr genau bestimmen.
„Hadronisches Molekül“ aus sechs Quarks?
Die Experimente weisen auf eine neue Struktur hin, die insgesamt sechs Quarks umfasst. Die beobachtete Struktur ist extrem kurzlebig und ließ sich nur indirekt über ihre Zerfallsprodukte nachweisen. Der schnell vergängliche Zwischenzustand - Fachbegriff: Resonanz - existiert nur für die Dauer einer Hunderttrilliardstel (10^-23) Sekunde. Diese Zeitspanne ist so kurz, dass Licht darin gerade einmal einen kleinen Atomkern durchlaufen könnte.
Bei der Struktur könnte es sich um ein exotisches, kompaktes Teilchen handeln oder auch um ein "hadronisches Molekül", das - ähnlich wie ein gewohntes Molekül, nur in kleineren Dimensionen - aus mehreren kleinen Kernbausteinen aufgebaut ist, vielleicht sogar ganz ähnlich wie ein Atomkern. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, müsste dem Particle Data Booklet, der "Bibel der Experimentalteilchenphysiker", ein neuer Eintrag hinzugefügt werden.
Neues Teilchen könnte ABC-Effekt erklären
„Die neuartige Resonanzstruktur, die wir beobachtet haben, lässt den ABC-Effekt in einem völlig neuen Licht erscheinen", berichtet der Sprecher der Arbeitsgruppe, Professor Heinz Clement von der Universität Tübingen. Die Physiker Alexander Abashian, Norman E. Booth und Kenneth M. Crowe hatten 1960 erstmals das mysteriöse Phänomen beschrieben. Es bezeichnet eine unerklärliche Abweichung bei Fusionsexperimenten mit leichten Atomkernen - das Auftreten unerwartet vieler neutraler Pi-Meson-Paare mit kleiner Energie. Seitdem suchen Forscher nach der Ursache für den ABC-Effekt, und der neuartige Zustand wäre wegen seiner Zerfallseigenschaften ein passender Kandidat.
Mein Kommentar: Diese neue Resonanzstruktur, für die es nun die experimentellen Hinweise gibt, passt auch sehr gut zur Heimschen QFT und damit zur Urwort-Theorie. Das, was im Mainstream als Quarks bezeichnet wird, sind bei Heim Fluktonen mit schließlich mehr als drei Konfigurationszonen (beim Heim streng genommen vier, aber unter dem Dach der Urwort-Theorie sehe ich die Möglichkeit von sogar sechs).
Zitat:
Bis jetzt ließ sich die Existenz solcher exotischer Hadronen allerdings nie eindeutig nachweisen. Neue Messungen am Jülicher COSY-Beschleuniger geben Hinweise auf ein neues komplexes Teilchen, dass diese Lücke schließen könnte. In den Experimenten am Teilchenbeschleuniger untersuchten die Wissenschaftler die Kollision von Protonen und Neutronen, bei der die beiden Teilchen zu einem Deuteron verschmolzen und zusätzlich zwei neutrale Pi-Mesonen - kurz: Pionen - entstanden. Mit dem besonders gleichmäßigen, durch mehrere Korrekturverfahren „gekühlten" Protonenstrahl am COSY (COoler SYnchrotron) ließ sich die Impulsverteilung jedes einzelnen Zusammenstoßes sehr genau bestimmen.
„Hadronisches Molekül“ aus sechs Quarks?
Die Experimente weisen auf eine neue Struktur hin, die insgesamt sechs Quarks umfasst. Die beobachtete Struktur ist extrem kurzlebig und ließ sich nur indirekt über ihre Zerfallsprodukte nachweisen. Der schnell vergängliche Zwischenzustand - Fachbegriff: Resonanz - existiert nur für die Dauer einer Hunderttrilliardstel (10^-23) Sekunde. Diese Zeitspanne ist so kurz, dass Licht darin gerade einmal einen kleinen Atomkern durchlaufen könnte.
Bei der Struktur könnte es sich um ein exotisches, kompaktes Teilchen handeln oder auch um ein "hadronisches Molekül", das - ähnlich wie ein gewohntes Molekül, nur in kleineren Dimensionen - aus mehreren kleinen Kernbausteinen aufgebaut ist, vielleicht sogar ganz ähnlich wie ein Atomkern. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, müsste dem Particle Data Booklet, der "Bibel der Experimentalteilchenphysiker", ein neuer Eintrag hinzugefügt werden.
Neues Teilchen könnte ABC-Effekt erklären
„Die neuartige Resonanzstruktur, die wir beobachtet haben, lässt den ABC-Effekt in einem völlig neuen Licht erscheinen", berichtet der Sprecher der Arbeitsgruppe, Professor Heinz Clement von der Universität Tübingen. Die Physiker Alexander Abashian, Norman E. Booth und Kenneth M. Crowe hatten 1960 erstmals das mysteriöse Phänomen beschrieben. Es bezeichnet eine unerklärliche Abweichung bei Fusionsexperimenten mit leichten Atomkernen - das Auftreten unerwartet vieler neutraler Pi-Meson-Paare mit kleiner Energie. Seitdem suchen Forscher nach der Ursache für den ABC-Effekt, und der neuartige Zustand wäre wegen seiner Zerfallseigenschaften ein passender Kandidat.
Mein Kommentar: Diese neue Resonanzstruktur, für die es nun die experimentellen Hinweise gibt, passt auch sehr gut zur Heimschen QFT und damit zur Urwort-Theorie. Das, was im Mainstream als Quarks bezeichnet wird, sind bei Heim Fluktonen mit schließlich mehr als drei Konfigurationszonen (beim Heim streng genommen vier, aber unter dem Dach der Urwort-Theorie sehe ich die Möglichkeit von sogar sechs).
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Dienstag, 21. Juni 2011
Interessantes zur Neutrino-Oszillation...
klauslange,00:54h
... berichtet scinexx.de hier.
Teilchenphysiker haben die Wandlungsfähigkeit von Neutrinos, elektrisch neutralen Elementarteilchen mit sehr kleiner Masse, nachgewiesen: Bei einem Experiment in Japan fanden sie zum ersten Mal stichhaltige Indizien dafür, dass sich so genannte Myon-Neutrinos in Elektron-Neutrinos verwandeln können.
War mir unbekannt, dass man diese Art der Neutrino-Verwandlung bislang noch nicht beobachtet hatte. Und auch jetzt sind es nur stichhaltige Indizien...
Teilchenphysiker haben die Wandlungsfähigkeit von Neutrinos, elektrisch neutralen Elementarteilchen mit sehr kleiner Masse, nachgewiesen: Bei einem Experiment in Japan fanden sie zum ersten Mal stichhaltige Indizien dafür, dass sich so genannte Myon-Neutrinos in Elektron-Neutrinos verwandeln können.
War mir unbekannt, dass man diese Art der Neutrino-Verwandlung bislang noch nicht beobachtet hatte. Und auch jetzt sind es nur stichhaltige Indizien...
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