Montag, 19. Dezember 2011
Technische Verkürzung der Halbwertzeit
Eine drastische Verkürzung der Halbwertzeit von Atommüll soll nun erprobt werden. Für neu anfallenden Atommüll kann das unter Umständen sinnvoll sein. Aber was macht man mit den schon eingelagerten Altbeständen? Ist das wirklich praktikabel? Über die Transmutation berichtet welt.de hier.

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Freitag, 16. Dezember 2011
Versteckte Photonen
Während fast alle gebannt zum LHC schauen und sich fragen, ob das Higgs Boson nun gefunden wurde oder nicht, startet ein anderes sehr wichtiges Vorhaben. Es geht dabei um die Suche nach sogenannten 'versteckten Photonen'. Was diese genau sind und welche Revolution sie auslösen können, so man sie detektiert, beschriebt astronews.com hier.

Die versteckten Photonen, so sagen es zumindest bestimmte von der Stringtheorie inspirierte Erweiterungen des Standardmodells der Teilchenphysiker voraus, sollen in großer Zahl in lichtstarken Objekten wie der Sonne entstehen. Sie können, ähnlich wie die besser dafür bekannten Neutrinos, ihren Zustand ändern und sich mit einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit in normale (elektromagnetische) Photonen umwandeln. Diese können dann mit einem Lichtteilchen-Teleskop, in das von außen kein Licht gelangen darf, nachgewiesen werden. Und genau dies will das Team nun in Hamburg versuchen.

Dazu wurde an der Sternwarte gerade das erste Telescope for Solar Hidden Photon Search (TSHIPS I) installiert und probeweise in Betrieb genommen. Es besteht aus einer langen luftleeren und auf die Sonne ausgerichteten optischen Reaktionskammer. Wegen der vermutlich sehr schwachen Signale, und da nur die im Teleskop entstehenden Photonen detektiert werden sollen, müssen die Optik und der hochempfindliche Detektor sorgfältig gegen jegliches Umgebungslicht abgeschirmt werden. Mit ersten aussagefähigen Messungen rechnen die Wissenschaftler bereits nach wenigen Wochen.

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Mittwoch, 14. Dezember 2011
Higgs-Boson
In den Medien werden die Jahresergebnisse der Forschungen am LHC des Cern ausgiebig behandelt, soll es doch erste positive Hinweise auf das Higgs-Boson geben. Einen schönen Hintergrundbericht zu den Ergebnissen liefert astronews.com hier.

Persönlich hoffe ich immer noch auf eine Doppelspitze, will sagen, auf zwei Higgs-Bosonen in diesem Bereich von 116 - 127 GeV, denn das wäre sehr aufregend und würde das Standardmodell verlassen!

Jedenfalls bin ich froh, dass ich nicht - wie vorgeschlagen - die Energiegrenze weiter raufsetzte, als ich in meiner letzten Abhandlung zur Urwort-Theorie und der energieabhängigen Feinstrukturkonstante meinte, dass man weitere Teilchen deutlich über 100 GeV finden wird. Da dachten andere, dass man das Higgs noch im Bereich um 140 GeV finden könnte und daher die Untergrenze ruhig bei 130 GeV liegen sollte. Aber das gaben meine Berechnungen eben nicht her.

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Dienstag, 13. Dezember 2011
Gips-Adern auf dem Mars
Eine interessante Entdeckung, die einmal mehr die feuchte Vergangenheit des Mars belegt, hat das Team des Mars-Rovers Opportunity gemacht: Gips-Adern!

Einen ausführlichen Bericht dazu liefert raumfahrer.net hier.

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Sonntag, 11. Dezember 2011
Freiheit: Strukturform allen Seins
In 'Einführung in das Christentum' schreibt Josef Ratzinger 1968 auf Seite 145f (Weltbild Lizenzazsgabe 2007):

Damit erklärt sich zugleich der Kern des Schöpfungsbegriffs: Das Modell, von dem aus Schöpfung verstanden werden muss, ist nicht der Handwerker, sondern der schöpferische Geist, das schöpferische Denken. Zugleich wird sichtbar, dass die Freiheitsidee das Kennzeichen des christlichen Gottesglaubens gegenüber jeder Art von Monismus ist. An den Anfang allein Seins stellt er nicht irgendein Bewusstsein, sondern eine schöpferische Freiheit, die wiederum Freiheiten schafft. Insofern könnte man in einem höchsten Maße christlichen Glauben als eine Philosophie der Freiheit bezeichnen. Für ihn bedeutet nicht ein allumfassendes Bewusstsein oder eine einzige Materialität die Erklärung des Wirklichen insgesamt; an der Spitze steht vielmehr Freiheit, die denkt und denkende Freiheiten schafft und so Freiheit zur Strukturform allen Seins werden lässt.

Welche Konsequenz hat das? Auf Seite 147f fährt er fort, nachdem er noch einmal die Wasserscheide zwischen Christentum und Idealismus zieht:

Die Folgen sind sehr weit tragend. Denn das führt ja dazu, dass die Freiheit gleichsam als die notwendige Struktur der Welt erscheint, und dies wieder heißt, dass man die Welt nur als unbegreifliche begreifen kann, dass sie Unbegreiflichkeit sein muss. Denn wenn der oberste Konstruktionspunkt der Welt eine Freiheit ist, welche die ganze Welt als Freiheit trägt, will, kennt und liebt, dann bedeutet dies, dass mit der Freiheit, die Unberechenbarkeit, die ihr innewohnt, wesentlich zur Welt gehört. Die Unberechenbarkeit ist ein Implikat der Freiheit; Welt kann - wenn es so steht - nie vollends auf mathematische Logik zurückgeführt werden.

Hier ist also eine ganz andere Interpretation der Unbestimmtheitsrelation angesprochen. Oft wird diese ja als Beleg des Zufalls als bestimmende Größe der Welt angeführt, doch es ist vielmehr und eigentlich die Freiheit, die hier als Grundstruktur des Weltkonstruktion zum Tragen kommt.

Freilich: Mathematische Logik kann - wenn sie diese prinzipielle Unbestimmtheit in der Welt gelten lässt - sehr wohl auch diese Freiheit einbeziehen und mit ihr umgehen. Nur können eben nicht mehr bis ins letzte alle Dinge kalkuliert werden. An ihrer Stelle treten Wahrscheinlichkeitsaussagen und superponierte Zustände. Da aber solche Wahrscheinlichkeitsaussagen wieder sehr genau im Experiment nachvollzogen werden können, zeigt sich, dass die Unbestimmheit des Einzelteilchen/der Welle eben nicht Ausdruck eines Zufalls, sondern letztlich doch einem Konstruktionsprinzip unterworfen ist, das Ratzinger in dieser frühen Schrift als Freiheit identifiziert.

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Ratzinger: Einführung in das Christentum
Zur Zeit lese ich mit großem Gewinn das Buch 'Einführung in das Christentum' von Josef Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI.

Für mich als Christen, der sich auch für philosophische Themen interessiert, gibt es dabei tiefe Einsichten zu gewinnen.

Aber auch im Rahmen dieses eher naturwissenschaftlich orientierten Blogs werden dort dermaßen weitreichende und tiefgehende Verknüpfungen gezogen, dass ich hier darüber nach und nach berichten möchte...

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Freitag, 9. Dezember 2011
Zeitgefühl und Mathetalent
Einen interessanten Artikel über eine Verknüpfung von Zeitgefühl und Mathetalent bringt scinexx: hier.

Meine Frau verzweifelt manchmal, wenn ich beim Knobeln die Zeit vergesse. Aus eigenem Erleben kann ich nur noch ergänzen, dass mein eigenes Zeitempfinden auch beim Hören von Musik gestört wird.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011
Erdähnlich oder so ähnlich
Wieder wird in den Massenmedien eine Entdeckung gefeiert, als sei damit ein Zwilling der Erde gemeint, doch der 'erdähnliche' Planet Kepler 22b ist noch nicht die Smoking Gun, auf die man hofft.

Dem entsprechend kritisch beleuchtet auch ein Artikel in raumfahrer.net den neuen Fund: hier.

Die Kategorie 'Erdähnlichkeit' ist dabei noch keineswegs einheitlich definiert. Es kommt halt darauf an, welchen Aspekt der Ähnlichkeit zur Erde gemeint ist, oder ob ein Planet wirklich in allen Eigenschaften der Erde ähnelt. Letzteres ist bei Kepler 22b auszuschließen. Dennoch ist es ein Erfolg, dass man einen Planeten gefunden hat, der seinen Heimatstern inmitten der habitalblen Zone umkreist. Doch das allein besagt eben noch nicht viel bezüglich der Wahrscheinlichkeit dortigen Lebens, wie wir es kennen.

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