Montag, 20. August 2012
Krebstumor
Die iranische Führungsebene hat Israel in Reden als Krebstumor bezeichnet. Am Freitag durch den Regierungschef Ahmadenischad und am Sonntag der geistliche Führer Chamenei. U.a. Quelle welt.de.

Hier gibt es nichts zu verharmlosen oder zu leugnen. Das sind klare Drohungen gegen die Existenz des jüdischen Staates Israel. Schließlich weiß jeder, was man mit einem auftretenden Krebstumor macht: Entweder man versucht ihn chirurgisch zu entfernen oder man macht eine Chemotherapie. Wenn man dann in dem Bild der Gleichsetzung von Israel mit einem Krebstumor bleibt und aufgrund der gezeigten medizinischen Mittel gegen einen solchen Tumor dieses Bild vervollständigt, dann liegt hier die Drohung eines Chemiewaffenangriffs vor. Das sollte man nicht vergessen. Und zu gegebener Zeit werde ich daran erinnern...!

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Freitag, 17. August 2012
Mars One
Eine zumindest von der Idee her sehr interesante Initiative ist Mars One. Buzz Aldrin, der zweite man auf dem Mond, hat ein ähnliches Programm schon zuvor erdacht: Mars to stay.

Man fliegt zum Mars und siedelt dort bis zum Lebensende. Ethisch finde ich eine solche Mission nicht fragwürdig, so die technische Realisierung eine echte Überlebenschance der Siedler bietet, also nicht von vornherein ein programmierter Selbsmord damit verbunden ist. Aufgrund des Konzepts wäre dies keine Kamikaze-Aktion, wie so mancher Kleingeist kritisiert, sondern es ist eine Pioniertat, die natürlich auch Risiken birgt.

Auch meine Frau sieht das so, und meinte, sie würde mit mir dorthin fliegen, wenn wir keine Kinder hätten und sie diese nicht zurücklassen müsste...

Naja, vielleicht kann man das anders unterstützen. Diese Blog-Beitrag ist ein Anfang...

Zum n-tv-Artikel hier.

Das Ganze ist realistischer, als es den ersten Anschein hat, denn SpaceX - die schon unbemannt die ISS mit nachschub versorgt haben - will in zehn Jahren in der Lage sein bemannt zum Mars zu fliegen, dort zu landen und zurückzukehren. Dazu ein interessantes Interview mit Elon Musk, dem Eigentümer von SpaceX: hier (etwa ab 13:05).

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Mittwoch, 15. August 2012
Sonne beeinflusst radioaktive Zerfallsraten
Was schon einige Jahre vermutet wurde, konnte nun unabhängig belegt werden: Die Sonne beeinflusst radioaktive Zerfallsraten: Die Zerfallsrate ist bei Sonnennähe am höchsten, bei Sonnenferne am niedrigsten.

Berichtet welt der physik:

„Es ist das erste Mal, dass dasselbe Isotop bei zwei verschiedenen Experimenten in zwei unterschiedlichen Laboren verwendet wurde – und denselben Effekt gezeigt hat“, erläutert Ephraim Fischbach von der Purdue University in West Lafayette im US-Bundestaat Indiana. Fischbach war 2006 durch Zufall darauf gestoßen, dass der Zerfall von Mangan-54 sich 39 Stunden vor großen Eruptionen auf der Sonne geringfügig ändert. Systematische Messungen führten dann auf die Entdeckung einer jährlichen Periodizität der Zerfallsrate, sowie auf Schwankungen im Einklang mit der Rotationsdauer und dem Aktivitätszyklus der Sonne.

Doch die Existenz des Effekts blieb bislang unter Physikern umstritten. Denn Experimente anderer Forschungsgruppen mit anderen Isotopen lieferten widersprüchliche Ergebnisse. Teils fanden die Wissenschaftler ähnliche Variationen, teils keine Hinweise darauf. Fischbach und seine Kollegen haben nun die von 2005 bis 2011 gesammelten Kalibrationsdaten eines Strahlungsmessgeräts am Forschungsreaktor der Ohio State University ausgewertet. Die Daten zeigen, so berichtet das Team, eine signifikante jährliche Variation der Zerfallsrate von Clor-36 in Abhängigkeit vom Abstand Erde-Sonne. Die Messungen stimmen zudem mit früheren Untersuchungen des Zerfalls von Chlor-36 am Brookhaven National Laboratory überein.

Die Schwankungen der Zerfallsrate zeigen sich beim sogenannten Beta-Zerfall von Atomkernen, an dem Neutrinos beteiligt sind. Fischbach und seine Kollegen äußern daher die Vermutung, dass die von der Sonne kommenden Neutrinos den Kernzerfall beeinflussen.


Natürlich wieder einmal die Neutrinos als 'Übeltäter'. Aufgrund ihrer Bedeutng in der Urwort-Theorie kein Wunder!

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Montag, 13. August 2012
Mathematische Olympia-Nachlese
Zum Abschluss der olympischen Spiele möchte ich noch eine mathematische Nachlese betreiben. Es geht um den inoffiziellen Medaillenspiegel. Die Rangfolge wird dadurch festgelegt, dass man als erstes die Goldmedaillen zählt und entsprechend sortiert, dann - bei gleicher Anzahl Goldmedaillen - wird die Anzahl der Silbermedaillen verglichen und entsprechend sortiert und als letztes werden in analoger Weise die Bronzemedaillen herangezogen.

Hier die ersten 15 Nationen eines solchen weitverbreiteten Medaillenspiegels

1. USA (Gold 46;Silber 29; Bronze 29)
2. China (38;27;23)
3. Großbritannien (29;17;19)
4. Russland (24;26;32)
5. Südkorea (13;8;7)
6. Deutschland (11;19;14)
7. Frankreich (11;11;12)
8. Italien (8;9;11)
9. Ungarn (8;4;5)
10. Australien (7;16;12)
11. Japan (7;14;17)
12. Kasachstan (7;1;5)
13. Niederlande (6;6;8)
14. Ukraine (6;5;9)
15. Neuseeland (6;2;5)

Nun gibt es dagegen auch den Vorschlag nur die Gesamtzahl aller Medaillen zu berücksichtigen. Zwischen Gold, Silber und Bronze würde dann nicht mehr unterschieden. Dies riecht mir zur sehr nach Gleichmacherei und wäre auch Leistungsfeindlich. Dennoch halte ich die verbreitete Reihung im Medaillenspiegel für ungerecht. Ein Beispiel soll das verdeutlichen:

Auf Platz 12 findet sich Kasachstan mit 7 Goldmedaillen, 1 Silbermedaille und 5 Bronzemedaillen, während die Niederlande mit 6 Goldmedaillen klar hinter Kasachstan plaziert wurde, eben weil sie eine Goldmedaille weniger haben. Aber spiegelt das wirklich die sportliche Leistung des niederländischen Teams wider? Ich denke nicht, denn bei den Silbermedaillen liegen sie sehr deutlich vor Kasachstan und auch bei den Bronzemedaillen haben sie die Nase vorn. Wieviel Silbermedaillen wiegt nun eine Goldmedaille auf?

Ich halte eine Gewichtungsfunktion für erforderlich, die für die Rangermittlung am Ende nur einen Wert für die Gesamtleistung eines nationalen Olympiateams angibt.

Um die unterschiedlichen Medaillenränge zu berücksichtigen, muss man diese auch unterschiedlich bewerten. So liegt es nahe jede Goldmedaille mit 3 Punkten, jede Silbermedaille mit 2 Punkten und jede Bronzemedaille mit 1 Punkt zu bewerten. Das ergibt dann:

1. USA 3*46+2*29+29 =138+58+29=225
2. China 3*38+2*27+23=114+54+23=191
3. Russland 3*24+2*26+32=72+52+32=156
4. Großbritannien 3*29+2*17+19=87+34+19=140
5. Deutschland 3*11+2*19+14=33+38+14=85
6. Frankreich 3*11+2*11+12=33+22+12=67
7. Japan 3*7+2*14+17=21+28+17=66
8. Australien 3*7+2*16+12=21+32+12=65
9. Südkorea 3*13+2*8+7=39+16+7=62
10. Italien 3*8+2*9+11=24+18+11=53
11. Niederlande 3*6+2*6+8=18+12+8=38
12. Ungarn 3*8+2*4+5=24+8+5=37
12. Ukraine 3*6+2*5+9=18+10+9=37
14. Kasachstan 3*7+2*1+5=21+2+5=28
15. Neuseeland 3*6+2*2+5=18+4+5=27

Man sieht schon einige Verschiebungen. Noch genauer und gerechter könnte die Bewertung aussehen, wenn man die Bevölkerungsanzahl der jeweiligen Nation berücksichtigt. Je größer eine Bevölkerung ist, desto größer auch der zu Verfügung stehende Talentepool, was ein Vorteil für die jeweilige Nation ist. Dies müsste man entsprechend berücksichtigen und dann würde die Rangfolge noch viel deutlicher verändert werden. Aber das soll dem Leser/ der Leserin vorbehalten sein.

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Sonntag, 12. August 2012
Neues von Dr. Michael König
Neues von Dr. Michael König.
Sein Vortrag an der TU Braunschweig:


Burnout aus quantenmechanischer Sicht


Der Titel verleitet zu einer falschen Erwartung. In erster Linie geht es um die Biophotonenforschung und ihre neuesten Ergebnisse sowie die daraus ableitbaren diagnostischen Verfahren, nicht nur bezogen auf den Burnout. Alles sehr spannend.

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Freitag, 10. August 2012
Higgs-Mechanismus in Magneten
In einem Magneten konnte nun ein analoger Fall zum Higgs-Mechanismus für Elementarteilchen beobachtet werden: Monopole, die keine Masse besitzen, konnten sich bei einer sehr tiefen Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt plötzlich ausrichten. Dies war nur dadurch möglich, dass diesen Monopole eine Masse zugewiesen wurde entdprechend dem Higgs-Mechanismus. Dazu ein Artikel auf pro physik.

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Donnerstag, 9. August 2012
Kann Curiosity zusammen mit Viking-Ergebnissen Mars-Leben entdecken?
In vielen Artikeln über Curiosity wird immer wieder betont, dass der neue Mars-Rover Curiosity selbst nicht wird Leben nachweisen können. Für sich genommen ist das auch richtig, denn Curiosity kann höchstens organische Moleküle, insbesondere Kohlenstoff, und das einstige oder aktuelle Vorhandensein von Wasser nachweisen. Dies wäre zwar alles sehr gute Indizien für eventuelles Leben einst und heut, aber eben kein eigenständiger Nachweis für mikrobielle Marsianer.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn mit genau diesen Indizien lässt sich ein experimentelles Bild der Viking-Mission aus dem Jahre 1976 vervollständigen, dass damals zwar nicht ausreichte, um Leben sicher nachzuweisen, aber mit den dann eventuell gefundenen Indizien durch Curiosity ein klares Ergbnis für Leben liefern kann. Wie das zusammenhängt beschreibt New Scientist im Artikel Curiosity might prove weve already found life on mars.

Daraus:

If MSL's rover Curiosity finds carbon-based molecules in the Martian soil, Levin - who led the "labelled release" experiment on NASA's 1976 Viking mission - will demand that his refuted discovery of life on Mars is reinstated...

The experiment mixed Martian soil with a nutrient containing radioactive carbon. The idea was simple: if bacteria were present in the soil, and metabolised the nutrient, they would emit some of the digested molecules as carbon dioxide. The experiment did indeed find that carbon dioxide was released from the soil, and that it contained radioactive carbon atoms...

Levin's team went out and bought champagne. He even took a congratulatory phone call from Carl Sagan. However, the party was ruined by a sister experiment. Viking's Gas Chromatograph Mass Spectrometer (GCMS) was looking for carbon-based molecules and found none. NASA chiefs said that life couldn't exist without these organic molecules, and declared Levin's result moot. "NASA powers that be concluded that the lack of organics trumped the positive labelled release experiment," says Robert Hazen, a geophysical scientist at the Carnegie Institution for Science in Washington DC.
Since then, some of the GCMS team have admitted that their experiment was not sensitive enough to detect organic molecules even in terrestrial soils known to contain microbes.


That is why Levin wants a reanalysis of his original data if Curiosity finds organic molecules. "I'm very confident that MSL will find the organics and possibly that the cameras will even see something," he says. Taken with his 36-year-old results, that would constitute a discovery of life on Mars, Levin says.
It's not a crank claim, says Hazen. "Levin's experiment showed a surprising and as yet not well explained effect that, at least prior to the Viking mission, the experts said would indicate microbial metabolism. If you can't explain that through an obvious inorganic process, then it follows that microbial life is a real possibility."



Update: Dr. Gil Levins Homepage. Interessante peer reviewed Abhandlungen im Mars Research Bereich seiner Seite. Dort beschreibt er auch Mars-Steine, auf denen seltsame grün-gepunktete Verfärbungen zu sehen sind. Deswegen verweist Dr. Levin auch auf die bevorstehenden Detailaufnahmen Curiositys. Es wird spannend!

Update 2: Hier auf deutsch noch mehr Aspekte und warum ich nun tatsächlich denke, dass Curiosity - bei entsprechenden Messergebnissen - die Viking-Ergebnisse eindeutig auf Lebensspuren bestätigen könnte: Technical Review auf heise.de: Löst Curiosity das Rätsel um alte Viking-Daten?:

Das Labeled-Release-Experiment (LR) von Levin setzte eine wässrige Lösung aus organischen Molekülen ein, die das radioative Kohlenstoff-Isotop C-14 enthielt. Die Idee: Beträufelt man eine Bodenprobe mit der Lösung, würden eventuell vorhandene Mikroorganismen sie in ihrem Stoffwechsel verarbeiten – vorausgesetzt natürlich, dass ihre Biologie der irdischen gleicht. Die C-14-Atome könnten dann in den Gasprodukten des Stoffwechsels anhand ihrer Strahlung nachgewiesen werden. In einem zweiten Durchgang wurde die Bodenprobe auf 500 Grad Celsius erhitzt, um sie zu sterilisieren. Danach dürften auf keinen Fall C-14-Atome in der Atmosphäre der Versuchskammer nachzuweisen sein. Beides geschah. Nicht nur Levin war deshalb überzeugt, dass die Resultate mit Lebensformen zu erklären seien.

Die Interpretation geriet ins Wanken, als das teuerste Gerät an Bord der Viking-Sonden, der Gas-Chromatograph-Massenspektrometer (GCMS), keine Lebenszeichen finden konnte. "Der GCMS nahm die Rolle des Gerichts ein", schreiben Schulze-Makuch und Darling. Die NASA folgte schließlich dem Urteil des Apparats. Und das offizielle Ergebnis lautete fortan: Wir haben nichts gefunden.

Dabei war die LR-Anordnung eine Million Mal empfindlicher als der GCMS - was auch dessen Konstrukteure anerkannten. Nicht unerheblich für das finale Urteil dürfte laut Schulze-Makuch und Darling wohl gewesen sein, dass der Ingenieur Levin ein Quereinsteiger im Viking-Team war. Die Gruppe hinter dem GCMS wären hingegen"career academics", die mit einem vorschnellen positiven Befund ihre Laufbahn gefährdet sahen.

Die Defizite des GCMS wurden erst viel später bestätigt. Dabei stellte sich auch heraus, dass die damaligen Kontrollexperimente mit dem Equipment in der Atacama-Wüste und in der Antarktis - zwei Gegenden, deren Lebensfeindlichkeit den Marsverhältnissen am nächsten kommen – nicht aussagekräftig waren. Das GCMS hatte dort nämlich keine Anzeichen von Leben gefunden. Heute weiß man, dass auch diese Böden voller Mikroben sind.

Das SAM-Modul im Mars-Rover Curiosity ist nun technisch viel weiter entwickelt als die damaligen Geräte. Es enthält einen Quadrupol-Massenspektrometer (QMS), einen Gaschromatographen (GC) und einen einstellbaren Laserspektrometer (TLS). Alle drei Instrumente werden zuvor erhitzte Bodenproben auf ausgedünstete organische Bestandteile untersuchen, unter anderem auf Kohlenstoff-Isotopen-Verhältnisse (mit dem TLS, dessen Empfindlichkeit 2 parts per billion beträgt) und auf Aminosäuren. Gilbert Levin erhofft sich zudem, dass der Mars Hand Lens Imager an Bord von Curiosity hochauflösende Bilder von farbigen Gesteinsflecken machen kann, die er als Indiz für mögliche flechtenartige Gewächse sieht.

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