Freitag, 30. November 2012
Bedauerlich: Vatikan begrüßt UN-Beschluss zu 'Palästina'
Wie kath.net berichtet, begrüßt der Vatikan den einseitigen Schritt der Anerkennung durch die UN-Vollversammlung eines 'Palästinas' als Nicht-UN-Mitglieds-Staat mit Beobachterstatus, hier.

Als katholischer Christ finde ich diesen Beschluss der UN-Vollversammlung sehr bedauerlich und stimme in dieser Sache nicht mit dem Vatikan überein. Denn der Antrag der PLO verstößt eindeutig gegen die Osloer Verträge und trägt damit nicht zu einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts bei.

Aus Sicht der PLO war dieser Schritt natürlich sinnvoll, denn nun können sie jede Aktion Israels in den sogenannten besetzten Gebieten vor dem Internationalen Strafgerichtshof bringen und so den Staat Israel permanent nun auch rechtlich abgesichert an den Pranger stellen und erwirken, dass die Ausführung von Gerichtsurteile gegen Israel durch die Staatengemeinschaft vermittels Sanktionen und härteren Maßnahmen erzwungen werden können.

Dies ist ein Szenario, dass zu einem in der Bibel skizzierten militärischen Konflikt der Staatengemeinschaft gegen Israel passt. Ich wünschte, der Vatikan hätte in dieser Hinsicht mehr heilsgeschichtliches Einfühlungsvermögen gezeigt.

Ein aber nun so einseitig herbeigeführter Beschluss spielt dem weltweiten Antisemitismus in die Hände, er kann nun unter dem Deckmantel legaler Prozesse und Urteile agieren. Sehr bedauerlich, dass der Vatikan mit seiner Stellungnahme diesem Treiben nun quasi auch noch eine moralische Legitimation liefert. Dies ist ein klarer Rückschritt in den Beziehungen zum Staat Israel. Ich hoffe und bete, dass der Heilige Vater die Stellungnahme des Vatikan überdenkt und korrigiert...

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Dienstag, 13. November 2012
Die 42 und die 1 als antike Primzahl
Wenn man sich alte Schriften anschaut und dort Zahlenbotschaften analysiert, kommt man oft auf ganz falsche Resultate, wenn man vergisst, dass erst in der Neuzeit die 1 nicht mehr als Primzahl angeshen wird. Antike Texte muss man vor diesem Hintergrund lesen.

Ein Beispiel ist die Zahl 42.

Wuerg hat auf seinem Blog Zahlwort einiges zur 42 zusammengetragen und bei aller Belesenheit m.E. den eigentlichen Punkt übersehen. Bezüglich der 3 x 14 = 42 Geschlechter im Jesus-Stammbaum des Matthäus - Evangeliums schreibt er in einem Kommentar zu seinem Beitrag:

Vor hundert Jahren war Frömmigkeit selbstverständlich, daß Bibelausleger sich ohne Umschweife den Fakten zuwenden konnten. So schreibt Johannes Weiß zu den ersten Versen des Testamentes: Die Gleichmäßigkeit der Perioden ist freilich mit ziemlicher Willkür errechnet. Nur die erste hat auch in den alttestamentlichen Geschlechtsregistern, die hier zum Vorbilde gedient haben, vierzehn Glieder (1. Chron. 2,1-14; Ruth 4,18-22). In der zweiten Periode liegt deutlich eine künstliche Gleichmachung vor, da zwischen Joram und Usia nicht weniger als drei Königs-Generationen (Ahasia, Joas, Amazia) weggelassen sind. Bei der dritten Periode können wir nur die beiden ersten Glieder nach Esra 3,2 kontrollieren; da indessen bei Lukas bloß zwischen Serubabel und Jesus 19 Glieder stehen, so liegt auch hier die Annahme nahe, daß die Zahl 14 willkürlich hergestellt ist.



Wenn man mit solchen Begriffen wie Willkür operiert, wobei Wuerg hier nur zitiert, dann kann es sein, dass man etwas verpasst.

Natürlich ging es dem Schreiber dieser Verse des Stammbaums um die Zahl 14, und das drei mal, aber eben nicht aus reiner Willkür, sondern ganz bewusst. Wenn man dann bei der Geschlechteranzahl auf Unstimmigkeiten stösst, ist das doch nicht das Ende der Betrachtung, sondern der Anfang:

Steckt für den aufmerksamen Leser hinter diesen gewollten Unstimmigkeiten eine Zahlenbotschaft? Da Matthäus ursprünglich in hebräisch verfasst wurde: Gibt es hier für einen Hebräer eine Feinheit zu entdecken? Zum einen das D-W-D 4+6+4 für David, zum anderen aber auch die 3*14 = 42.

In heutiger Primfaktorzerlegung:

42 = 2*3*7 und mit 2+3+7=12 haben wir eine wunderbare heilige Zahl. Die 12 Stämme Israels. Rätsel gelöst?

Nein!

Denn damals war auch die 1 eine Primzahl und wir haben

42 = 1*2*3*7

mit

1+2+3+7 = 13

In den aufeinanderfolgenden Zahlen 1,2,3 sehen wir die Dreieinigkeit und in der 7 die Schöpfungswoche - also die Schöpfung als solche.

In der 13 erkennt man nun Jesus und seine 12 Apostel des Lammes.

Doch kehren wir zur Schöpfungswoche zurück:

Summieren wir die ersten sieben antiken Primzahlen, so erhalten wir:

1+2+3+5+7+11+13 = 42

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Freitag, 2. November 2012
Nochmals Causa Galileo
Erst kürzlich war wieder in Focus-Online ein Loblied auf den großen Vorkämpfer der Moderne Galileo zu vernehmen. Ich hatte schon vor, wieder einige Dinge richtig zu stellen, doch bin ich es langsam leid, immer wieder den selben Kampf auszufechten. Daher zögerte ich. Und das Zögern hat sich gelohnt! Denn Paul Badde hat eine treffliche und sehr scharfsinnige - und zudem historisch korrekte - Antwort verfasst, die kath.net sogleich veröffentlichte und nun auch ich hier verlinke.

Selbstverständlich bin ich für die wissenschaftliche Freiheit des Forschens. Doch diese Freiheit umfasst eben nicht, dass Wissenschaftler ihre Theorien und Hypothesen als Tatsachen veröffentlichen dürfen, so es noch begründete Zweifel gibt. Selbstverständlich darf man spekulieren und auch wilde Hypothesen aufstellen. Davon mache ich selbst gerne gebrauch, doch mache ich diese Hypothesen als solche kenntlich. Das ist der Unterschied zu Galileo und zur heutigen Evolutionsbiologie und auch so machen kosmologischen Modellen, obwohl letztere schon in ihren Aussagen vorsichtiger geworden sind.

Die Methode Galileis unbewiesene Behauptungen als Tatsachen darzustellen, mag sich heute großer Beliebtheit erfreuen, indes wurde sie damals durch die Inquisition zu recht verurteilt, wenngleich dieses Urteil päpstlicherseits nie unterschrieben wurde. Entsprechend schal schmeckt da die sogenannte Rehabilitierung. Sie setzt ein falsches Signal und trägt dazu bei, die eigentliche Auseinandersetzung zu verscheleiern.

Im kirchlichen Bereich werden Glaubensdogmen als solche kenntlich gemacht, es wäre an der Zeit, dass die moderne Wissenschaft, ob nun Natur- oder Geisteswissenschaft, entsprechend verfährt und ehrlich angibt, was wirklich bewiesen und was noch hypothetisch ist.

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Montag, 8. Oktober 2012
Hildegard von Bingen
Nun ist Hildegard von Bingen nicht 'nur' eine Heilige, sondern auch gleich Kirchenlehrerin. Das ist eine Sensation, denn ihre ganzheitliche Sichtweise lässt eine Kirche wieder sichtbar werden, wie sie vor dem Konzil von Trient bestanden hatte. Mit dem Konzil von Trient - das Tridentinische Konzil - gab es aufgrund der Abgrenzung zur Reformation Luthers einige Verengungen und Erstarrungen. Erst das zweite Vatikanum, das auch das Konzil von Trient zitiert, weist wieder auf das ursprüngliche Erbe vor dem Tridentinum hin und macht es gegenwärtig. Dabei gibt es theologische Parallelen der Hildegard und des zweiten Vatikanums.

Doch auch eine weitere - viel offensichtlichere - Verbindung zwischen der heiligen Hildegard und dem zweiten Vatikanum ist hervorzuheben:

Bis zum zweiten Vatikanum wurden ausschließlich Männer zu Kirchenlehrern ernannt. Erst nach dem zweiten Vatikanum ernannte Papst Paul VI. und dann Papst Johannes Paul II. Frauen zu Kirchenlehrerinnen. Nun ist auch Papst Benedikt XVI. seinen Vorgängern darin gefolgt und die heilige Hildegard ist nun die vierte Frau, die als Kirchenlehrerin verehrt wird. Das männliche Übergewicht an Kirchenlehrern ist dabei noch gewaltig. 31 Männer, darunter auch der Heilige Johannes von Avila, der am gleichen Tag wie Hildegard ernannt wurde, verehrt der Leib Christi als ihre ausgezeichneten Kirchenlehrer.

Da gibt es noch viel zu tun. An entsprechenden Frauen in der Kirchengeschichte mangelt es dabei nicht...

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Donnerstag, 20. September 2012
Jesus war nicht verheiratet
Natürlich war Jesus nicht verheiratet. An dieser Tatsache ändert auch nichts eine neue Entdeckung, die eine feministische Forscherin nun medial wirksam vorstellt. Für ausführliche Anmerkungen zu dem neuen Papyrus-Fund verlinke ich einen sehr guten kath.net Artikel.

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Freitag, 20. Juli 2012
Der Antisemitismus in der Aufklärung
Wie sehr die hochgerühmte Aufklärung antisemitisch war und ist, beleuchtet ein sehr interessanter Artikel in welt-online. Absolut lesenswert.

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Montag, 16. Juli 2012
Das Konzil
Viele reden über das Konzil und meinen damit das letzte Konzil mit dem Namen II. Vatikanum. Man fordert treue zum Konzil und beschwört den Konzilsgeist. Aber was sagt das Konzil den wirklich selbst? Anlässlich des Jubiläums der Konzilseröffnung will ich die Texte des II.Vatikanums verlinken. Viel Geist und Interesse beim Lesen:

Texte des II. Vatikanischen Konzils

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Donnerstag, 28. Juni 2012
Angriff auf die Religionsfreiheit
Wieder einmal ist die Religionsfreiheit angegriffen, und zwar nicht in irgendeinem despotischen Staat, sondern in der Bundesrepublik Deutschland, die verfasst ist auf der freiheitlich demokratischen Grundordnung in der die Religionsfreiheit elementarer Bestandteil ist. Was ist geschehen?

Das Kölner Landgericht urteilte, dass das Beschneidungsritual zur Aufnahme in den Bund Israels gegen die Wahlfreiheit des 8-tägigen kleinen Jungen wäre und die körperliche Unversehrtheit verletzt.

Mit einem solchen Urteil, würde es Bestand haben, würde man in Deutschland wieder das Judentum direkt und an der Wurzel angreifen (und in der Folge auch das Christentum bzgl. Babytaufe zum Beispiel).

Es trifft in Wirklichkeit aber die Religionsfreiheit generell, die dann immer weiter ausgehöhlt wird. Religionsfreiheit im Grundgesetz garantiert nicht nur die Kultfreiheit, sondern auch die Freiheit entsprechend seiner Religion in Frieden ein selbstgestaltetes Leben führen zu dürfen.

Auf welt.de wurde dazu - auch zur Verfassungsrechtsfrage - ein passender Artikel veröffentlicht: hier.

Daraus:

Manch fingerfertiger Kommentator verwandelt sich im Eifer des Gefechts sogar in einen Rabbiner, der seinen Lesern erklärt, die Beschneidung der Jungen im Judentum sei sekundär, was so richtig ist wie die Behauptung, man müsse nicht an Jesus glauben, um Christ zu sein.

Christentum hin, Judentum her. Zum Glück gibt es eine Bibel besonderer Art. In ihr sollte vor allem nachgeschlagen werden: das Grundgesetz. In den Worten von Artikel 4: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."


Gegen das moralische Empfinden

Rechtlich bedeutet diese Art von Freiheit mehr als bloße Toleranz. Welcher Glauben auch immer gemeint ist, die Bundesrepublik fühlte sich bisher verpflichtet, dessen Regeln selbst dann zu schützen, wenn sie das moralische Empfinden eines Teil der Bevölkerung stören.

Vor Jahren wurde etwa ein Vater von vier Kindern verurteilt, dessen Familie Mitglied einer christlichen Sekte war, weil er es abgelehnt hatte, seiner Frau bei der Geburt des letzten Kindes mit einer Bluttransfusion das Leben zu retten. Der Verurteilte ging bis vor das Bundesverfassungsgericht, zitierte aus der Heiligen Schrift "Ist jemand krank, der … lasse über sich beten, und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen" und wurde von den Karlsruher Richtern freigesprochen.


Der Beitritt zum Bund

Folgt man dem Grundgesetz, gehört zum Schutz der Religionen und der verschiedenen Weltanschauungen eben nicht nur die Sicherung kultischer Handlungen, sondern selbst die Garantie einer bestimmten weltanschaulichen Lebensweise. Die Beschneidung der Jungen im Judentum ist aber mehr als das. Sie ist ein grundlegendes, in der Bibel vorgeschriebenes jüdisches Gesetz.

Der Beitritt zum Bund (auf Hebräisch "Berit Mila"), den die Beschneidung vollzieht, gilt als das wichtigste aller Gebote. Sie darf selbst an den höchsten jüdischen Feiertagen vorgenommen werden.

Die Begründung dafür lässt sich im ersten Buch Mose 17,11 finden: "Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volke, weil er meinen Bund gebrochen hat." Ähnliches findet sich in den Koranauslegungen. Auch sie werden vom Grundgesetz geschützt. Wäre es nicht so, verlöre die Demokratie einen maßgeblichen Teil ihrer westlichen Überzeugungen.

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Donnerstag, 14. Juni 2012
Hildegard von Bingen: Ganzheitlichkeit
Die sensationelle ganzheitliche Sichtweise von Hildegard von Bingen, die sie als Kirchenlehrerin einbringen wird, zeigt sich u.a. in folgendem Zitat:

“Mitten im Weltenbau steht der Mensch. ... An Statur ist er zwar klein, an Kraft seiner Seele jedoch gewaltig. Sein Haupt nach aufwärts gerichtet, die Füße auf festem Grund, vermag er sowohl die oberen als auch die unteren Dinge in Bewegung zu versetzen. Was er mit seinem Werk in rechter oder linker Hand bewirkt, das durchdringt das All, weil er in der Kraft seines inneren Menschen die Möglichkeit hat, solches ins Werk zu setzen.”
Quelle: De operatione Dei

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Montag, 11. Juni 2012
Vatileaks - Fragen und Antworten
Eigentlich wollte ich hier zum sogenannten Vatileaks gar nichts schreiben, weil ich das alles für viel zu aufgebauscht halte und ich meine Ünterstützung für Papst Benedikt XVI. seit dem Geschrei um die Regensburger Rede hier klar nit einem Logo zum Ausdruck bringe.

Da ich nun aber für meine grundkatholische Haltung bekannt bin und diese ja auch nicht hinter dem Berg halte, möchte ich zum Thema Vatileaks doch einen kath.net Artikel verlinken, in dem Peter Seewald, dessen Interview-Bücher mit Kardinal Ratzinger/Papst Benedikt ich sehr schätze, Stellung bezieht.

Auch diese Bemerkungen von ihm finde ich sehr treffend:

16 Fragen und Antworten

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