Mittwoch, 27. März 2013
Und wieder die Lichtgeschwindigkeit...
Die Naturkonstanten haben es naturgemäß den Forschern angetan, insbesondere jene der Lichtgeschwindigkeit im Vakuum. Nun sind zwei Arbeiten erschienen, die eigentlich klären wollen, was denn im Quantenvakuum wirklich passiert und wie seine Natur ist. Doch das hat Auswirkungen auf die Lichtgeschwindigkeit, denn auch sie muss dann fluktuieren...

Die andere Arbeit konzentriert sich auf den Raum, welche Abhängigkeiten in der Raumzeit er hat und wie das mit den darin enthaltenen Teilchen korreliert. Auch dabei fand sich eine Variabilität der Lichtgeschwindigkeit.

Da ich nur die Hälfte dessen verstanden habe, was diese Forscher da genau ausgetüftelt haben, will ich dazu auch weiter kein Kommentar abliefern.

Jedenfalls sind die Arbeiten peer reviewed und erscheinen in Fachjournalen. Was allein auch kein Gütesiegel ist, aber manche brauchen das, um es überhaupt zu lesen (ich nehme auch Arbeiten ernst, die nicht anerkannt sind, sonst bräuchte ich selbst ja auch gar nicht weiter rechnen...).

Einen ausführlicheren Bericht liefert science daily

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Dienstag, 26. März 2013
WM-Kandidaten-Match: Carlsen in Führung
Um es vorweg zu sagen, noch ist nichts, aber auch gar nichts entschieden. Nachdem Carlsen in der siebenden Runde wohl ein wenig Glück hatte, denn der Gegner hatte wohl die Möglichkeit ihn in arge Schwierigkeiten zu bringen, ließ dies aber ungenutzt, legte er zwei sichere Remisen hin. Kramnik hingegen konnte seinen ersten Sieg feiern, vermochte daraus aber nicht weiter Kapital zu schlagen.

Und dann kam das, was man einem Spieler auf diesem Niveau kaum zutraut: Aronjan stellte sozusagen einzügig seine Partie ein. Ingesamt konnte Boris Gelfand mit seinen zwei Siegen damit die anfänglichen Niederlagen etwas ausbügeln. Ergebnis nach neun Runden: Carlsen führt mit einem halben Zähler. Wie kommt er mit der Bürde des Führenden in einem WM-Kandidaten-Turnier zurecht? Die nächsten drei Partien werden es uns sagen. Ab morgen gehts weiter...

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Freitag, 22. März 2013
WM Kandidaten-Match: Spannung pur!
Im Match der acht WM-Kandidaten haben wir nun den zweiten Ruhetag nach sechs Partien erreicht. Der 'Pulverdampf' verzieht sich etwas und wir können eine erste Zwischenbilanz ziehen:

Magnus Carlsen wird seine Favoritenrolle gerecht, er konnte mit Levon Aronjan gleich ziehen, so dass sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit 4,5/6 liefern. Dies zeigt eindrücklich die sechste Runde, wo Carlsen mit einem Schwarz-Sieg vorlegte und Aronjan aus einer remislichen Stellung nachzog, in dem er geduldig wartete, bis sein Gegner einen Fehler machte... Es bleibt also spannend und wer der kommende Herausforderer für Weltmeister Anand wird, ist vollkommen offen.

Das zeigt auch die fünfte Runde. Alle Partien gingen Remis aus, doch waren alle Partien bis zum Schluss umkämpft. Niemand hat in einem solchen Turnier irgendetwas zu verschenken!

Wie geht es weiter?

Morgen kommt mit der siebten Runde das Bergfest und am Wochenende wird sich m.E. vieles klären. Je länger das Turnier dauert, desto größer werden die Chancen Carlsens, da er - so wird versichert - in einer hervorragenden Kondition ist, während die anderen angeblich langsam abbauen werden. Aber ehrlich gesagt, Aronjan macht auf mich keinen müden Eindruck (ganz im Gegensatz zu Kramnik, der jetzt schon weit abgeschlagen ist, 50% - alles Remisen - sind einfach nicht genug. Aber ich lasse mich gerne in der zweiten Turnierhälfte eines besseren belehren)!

Meine Prognose: Wenn jemand am kommenden Dienstag - dem dritten Ruhetag - mit mindestens einem Punkt die Nase vorn hat, wird er es auch bis zum Ende schaffen das Turnier zu dominieren. Ansonsten prognostiziere ich ein Fotofinish, spricht: Tie-Break!

Lassen wir uns überraschen...

Gute Partienaufbereitung beim Schach - Ticker

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Donnerstag, 21. März 2013
Planck: Neue Rätsel
Es ist interessant, wie man immer wieder versucht, neue Belege, die zeigen, dass bisherige Modelle nicht ausreichen, am liebsten ausblenden möchte.

Einen solchen Fall liefert eine Artikelüberschrift von welt der physik bezüglich der neuen Planck-Daten.

Im Gegensatz zur Überschrift offenbart der Artikel selbst, dass die Daten zur Hintergrundstrahlung des Universums sehr klare und bedeutsame Abweichungen zu den bisherigen Modellen liefern:

Die Planck-Daten bestätigen die Theorien der Physiker mit bisher unerreichter Genauigkeit. Ihnen zufolge ist das Universum 13,82 Milliarden Jahre alt, etwa 10 Millionen Jahre älter als bisher angenommen, und auch seine Zusammensetzung ist nun besser bekannt: Nur 4,9 Prozent bestehen aus der uns bekannten Materie, 26,8 Prozent sind sogenannte Dunkle Materie und 68,3 Prozent Dunkle Energie. Die bisher angenommen Werte lagen bei 4,5 Prozent für Materie, 22,7 Prozent für Dunkle Materie und 72,8 Prozent für Dunkle Energie.

Ein Widerspruch in sich: Wie sehen denn die Modelle aus, die bislang 22,7 % Dunkle Materie und 72,8 % Dunkle Materie annahmen und nun dennoch mit neuen Daten übereinstimmen sollen, wonach es nun einen Anteil von Dunkler Materie von 26,8 % (immerhin ein Plus von 4,1 %) und von Dunkler Energie in Höhe von 68,3 % (ein Minus von immerhin 4,5 %) gibt? Das sind signifikante Unterschiede! Ein Modell, dass solche Variationen von 4 % verkraftet erscheint mir wenig aussagekräftig.

Aber es kommt noch besser:

Denn die extrem gute Übereinstimmung mit den theoretischen Vorhersagen gilt nur bei kleinen Winkeln. Bei größeren Winkeln zeigen die Planck-Daten überraschende Abweichungen von den Modellen. So sind die Temperaturschwankungen in einem Bereich um zehn Winkelgrad deutlich schwächer als vorhergesagt.

Außerdem zeigt sich in der Gesamtkarte der Hintergrundstrahlung eine verblüffende Asymmetrie: Die großräumigen Schwankungen sind auf der einen Hemisphäre deutlich stärker als auf der anderen. Hinweise auf solche Anomalien hatten bereits frühere Messungen des amerikanischen Satelliten WMAP geliefert. Doch erst die Planck-Messungen sind genau genug, um systematische Fehler als Ursache auszuschließen. Zudem gibt es einen ungewöhnlich großen „kalten Fleck“, der bisher nicht erklärt werden kann.


Fazit: Die bisherigen Modelle reichen einfach nicht aus, um den Anspruch einer sinnvollen Erklärung für eine Entstehungsgeschichte des Universums zu erheben!

Update: Während die etablierten Wissenschafts-Portale lieber das Märchen vom - gemessen am Standardmodell der Kosmologie - 'fast perfektem Universum' herumposaunen, teilt der Autor eines Artikels von welt.de eher meine beschriebene Sichtweise: hier!

Update2: In der englischsprachigen Kosmologengilde ist man schon weiter und benennt die Dinge beim Namen. So betitelt space.com seinen Artikel zu den neuen Planck-Daten mit New Map of Big Bang Light Hints at Exotic Physics, womit ich vollkommen übereinstimme.

Das es hier nicht um reißerische Überschriften geht, sondern wirklich eine seriöse Sichtweise ist, wird durch das Statement der NASA gestützt:

The theory of inflation suggests that after the Big Bang, the universe ballooned rapidly from its tiny, hot state, doubling in size every 10^-35 seconds (a decimal point followed by 34 zeroes and a one). But where the basic models of inflation say this expansion should have happened uniformly in all directions, the new Planck results suggest that might not have been the case.

"One of the features of inflation is it says there should be no preferred direction — everywhere in the universe should be more or less the same," astrophysicist Marc Kamionkowski of Johns Hopkins University said today (March 21) during a NASA press call. "But when you look at the amplitudes, even by eye you can tell that one side of the universe looks different from the other side."

That is to say, the temperature variations in the CMB appear to be sized and spaced differently when Planck looks in one direction, than when it looks in the other.

There are other anomalies as well. The variations don't appear to behave the same on large scales as they do on small scales, and there are some particularly large features, such as a hefty cold spot, that were not predicted by basic inflation models.

Ultimately, the data show "some features that are surprising and very, very intriguing," said Charles Lawrence, U.S. Planck project scientist at NASA's Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Calif.
"Hopefully in the process of understanding those features better we will be able to glimpse answers to some of our deepest questions."

Indeed, the map's deviations from what was predicted are not cause for disappointment among scientists, but rather exhilaration. They could even lead toward unraveling the mysteries of dark matter and dark energy, two perplexing constituents of the universe that have yet to be explained by mainstream theories.

For example, the new CMB measurements produce a new estimate for the age and expansion rate of the universe, which the Planck scientists calculate to be 13.8 billion years old, and 41.73 miles (67.15 kilometers) per second per megaparsec, respectively. The expansion rate is also known as the Hubble constant, and the new estimate is significantly lower than the values derived through other astronomical observations.

"This is one of the most exciting parts of the data, is this apparent tension between these different ways to estimate how rapidly the universe is expanding," said Martin White, U.S. Planck scientist at the University of California, Berkeley. "The hope would be that this is actually pointing toward some deficiency in the models or some extra physics."

The expansion rate of the universe is deeply connected to the idea of dark energy, which is the name scientists have given to whatever is causing the universe's expansion to accelerate. The finding could point toward a new direction of thinking about dark energy, including the possibility that it has changed over time.

"If it was different than the simplest models, if the amount of dark energy was somehow increasing with time in a given volume of space, then that would alleviate some of the tension," White said, and added, "that's a pretty radical thing to propose."

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Mittwoch, 20. März 2013
Abelpreis 2013: Pierre Deligne
Der diesjährige Abelpreis - der Nobelpreis für Mathematiker - geht an Pierre Deligne für seine bahnbrechenden Arbeiten zur algebraischen Theorie, die großen Einfluss auch für die Zahlentheorie hat.

Eine ausführliche Würdigung habe ich hier gefunden.

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Dienstag, 19. März 2013
Leben im Gestein der unterseeischen Erdkruste
Einen weiteren Lebensraum für Mikroben haben nun Forscher in der Erdkruste unter den Sedimenten des Meeresbodens ausgemacht, wie wissenschaft.de berichtet:

Wüsten, Eislandschaften oder die Tiefsee – das Leben hat sich die bizarrsten Nischen auf unserem Planeten erobert, seien die Bedingungen auch noch so hart. Nun berichten Forscher allerdings von einem Lebensraum, der fast unvorstellbar erscheint: Er liegt unter den Sedimenten des Meeresboden im Gesteinen der ozeanischen Erdkruste. Bei extremem Druck und Hitze existieren hier Mikroorganismen, die ihre Lebensenergie aus chemischen Reaktionen gewinnen, konnten Mark Lever von der dänischen Aarhus Universität und seine Kollegen zeigen. Die Existenz von Leben in den Tiefengesteinen war zwar prinzipiell schon bekannt, die Wissenschaftler haben die Mikroorganismen und ihre faszinierende Ernährungsweise nun aber direkt nachgewiesen.

„Wir bieten damit den ersten direkten Beweis für Leben in der ozeanischen Kruste und unsere Ergebnisse legen nahe, dass dieses riesige Ökosystem weitgehend auf Chemosynthese beruht“, fasst Lever zusammen. Den Erklärungen der Forscher zufolge gibt es feine Risse in der basaltischen ozeanischen Kruste, durch die sich Wasser bewegt. Seine chemische Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von Seewasser, es ist beispielsweise frei von Sauerstoff, der durch Photosynthese erzeugt wurde.

Das tiefe Ökosystem ist damit komplett unabhängig von der Energie der Sonne, die das Leben auf der Erdoberfläche durch die Photosynthese ermöglicht. Pflanzen, Algen und ein paar andere photosynthetische Organismen nutzen das Sonnenlicht, um Kohlendioxid in organisches Material zu verwandeln. Es bildet die Grundlage der Nahrungsketten auf der Erde und in den Ozeanen. Das Leben in dem porösen Gestein der ozeanischen Kruste ist dagegen grundlegend anders: Die treibende Kraft des Lebens stammt aus geochemischen Prozessen, betonen die Forscher. Die ozeanische Kruste bedeckt 60 Prozent der Erdoberfläche. Damit handelt es sich um das größte Ökosystem der Erde. All diese Erkenntnisse lassen den Blick der Forscher vom Tiefengestein der Erde sogar ins Universum schweifen: „Es ist möglich, dass auf anderen Planeten ebenfalls Leben existiert, das auf Chemosynthese basiert“, sagt Lever.

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Montag, 18. März 2013
Schach WM Kandidaten: Aronjan in Führung
Nach drei Partien haben wir den ersten Ruhetag.
Aronjan hat mit zwei Siegen und einem Remis die Führung übernommen. Dahinter liegen Swidler und Carlsen mit je einem Sieg, wobei man bei Carlsen einen seiner (auf diesem Niveau) seltenen Schwarz-Siege bewundern kann. Seine beiden Remisen waren gegen die beiden 2800er des Turniers, so dass für ihn zur Zeit alles nach Plan verläuft.

Dass man mit Aronjan rechnen muss, zeigen seine beiden frühen Siege. Er bestraft wirklich jede Ungenauigkeit des Gegners. Von ihm wird im Laufe des Turniers bestimmt noch sehr viel mehr kommen...

Ex-Weltmrister Kramnik scheint da weiter zu machen, wo er zuletzt in Zürich aufgehört hat. Mit dieser Leistung kann man nicht WM-Herausforderer werden. Doch warten wirs ab...

Auf der Turnierseite findet man auch die gespielten Partien.

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