Samstag, 2. Juni 2012
Mars-Methan: Abiotische Quelle gefunden?
Vor einiger Zeit wurden Spuren von Methan in der Marsatmospäre entdeckt und sogleich vermutet, dass es von Mikroben stammen könnte, die auf dem Mars hausen.

Nachdem erst einige abiotische Quellen ausgeschlossen werden konnten, scheint es nun eine Quelle zu geben, die das Methan ohne das Vorhandensein von Mikroben erklären können, wie raumfahrer.net berichtet:

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Universitäten in Utrecht und Edinburgh haben mit einem Experiment harausgefunden, dass das Methan auf dem Mars von Meteoriten und nicht von Bakterien stammen könnte. Dafür bestrahlten sie Bruchstücke vom Murchison-Meteorit unter Mars-ähnlichen Bedingungen mit starkem ultraviolettem Licht. Dadurch wurden sehr schnell größere Mengen an Methan freigesetzt, welche hochgerechnet die in der Atmosphäre des Mars' gemessenen Methanwerte erklären könnten. Es zeigte sich, dass durch Bestrahlung des Meteoritenmaterials mit dem UV-Licht durch Zersetzung bis zu 787 Tonnen Methan jährlich produziert werden könnten, so dass die Methanmenge auf dem Mars damit auch ohne lebende Organismen erklärt werden kann.

Nach Ansicht der Forscher entsteht Methan durch die Bestrahlung mit dem energiereichen UV-Licht aus unzähligen kleinen Mikro-Meteoriten und interplanetaren Staubteilchen, welche aus dem Weltall auf der Marsoberfläche auftrafen. Bis jetzt konnte keine der früheren Theorien vollständig die Freisetzung von 200 bis 300 Tonnen Methan pro Jahr erklären. Das Experiment der Forscher hat für die Suche nach Leben auf dem Mars und anderen Planeten natürlich erhebliche Konsequenzen. Es schwächt die Vermutung über noch heute existierende Mikroben im Untergrund des Mars'. Die ähnliche Atomzusammensetzung vom freiwerdenden Methangas aus biologischen wie geochemischen Quellen machen aber eine definitive Zuordnung schwierig.

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